Industriegeschichte in der Region Mittweida

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Am unteren Ende jeder Seite sehen Sie einen Link zur Übersichtskarte. Auf dieser sehen Sie die Standorte der 30 dokumentierten Firmen. Mit dem Klick auf eine der Zahlen gelangen Sie zur entsprechenden Objektbeschreibung.
Alternativ können Sie über die Liste im linken Bereich der Seite auf die Informationen zu den einzelnen Firmen zugreifen.
Unter der Regie der Bildungsakademie Mittweida e.V. an der Hochschule Mittweida (FH), University of Applied Sciences, arbeitet seit 1995 eine Projektgruppe Industriegeschichte.
Die Mitarbeiter dieser Gruppe haben sich die Aufgabe gestellt, in enger Zusammenarbeit mit anderen geschichtsbewahrenden Institutionen (Archiv, Museum, Vereinen) die Industriegeschichte der Stadt von den Anfängen bis zur Gegenwart aufzuarbeiten und zu dokumentieren.
Als Ergebnisse der umfangreichen Untersuchungen zur Industriegeschichte der Region zählen zwei Ausstellungen im Mittweidaer Museum (1999 und 2001) sowie eine Broschüre „Industriegeschichte – Ein Streifzug“ (2000).
Gefördert wurde dieses Projekt bis 2016 durch den Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen.
Auf den nachfolgenden Internetseiten wird eine kurzgefasste Übersicht über 30 Firmen gegeben, deren Wirken die industrielle Entwicklung der Stadt Mittweida und ihres Umfelds maßgebend geprägt haben.

Die Angaben zu den einzelnen Firmen wurden von der Projektgruppe, die heute 38 Mitglieder umfasst, erstellt und von einem Redaktionsteam überarbeitet. Zurzeit finden Textüberarbeitungen statt. Für Hinweise und Kritiken sind die Bearbeiter dankbar.

Historische Ansicht der Baumwollspinnerei Mittweida

Vorbemerkungen

Die industrielle Entwicklung der Stadt Mittweida und ihrer Nachbarorte vollzog sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts im engen Zusammenhang mit der Industrialisierung Sachsens.
In der nahen Stadt Chemnitz hatte sich parallel die mechanische Baumwollspinnerei, die mechanische Weberei, der Kattundruck und der Maschinenbau als Industriezweig entwickelt, den es in England schon seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab.
Auch in Mittweida hatte das Textilhandwerk vor allem mit Leinewebern, Tuchmachern und Baumwollwebern eine Jahrhundert lange Tradition.
Auf dieser Grundlage entwickelten sich die ersten Fabriken.
So wurde 1816 auf dem Gelände der Großmühle die erste Spinnfabrik gegründet. Weitere Spinnereien und mechanische Webereien folgten. Aber auch andere Industriezweige wie Maschinenbau, Lederfabrikation, Kratzenherstellung und Baustoffproduktion siedelten sich an.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert kamen weitere Branchen wie Metallwarenherstellung, Papier- und Wäschefabriken dazu.
Einige Firmen, wie die Rundstrickmaschinenfabrik Roscher, die Wäschefabrik Wagner, die Mechanische Kratzenfabrik und die Metallwarenfabrik Wächtler entwickelten sich zu deutschlandweit führenden und international erfolgreich agierenden Unternehmungen.
Der rasante industrielle Aufschwung und die Entwicklung des Technikums zu einer weltweit anerkannten technischen Bildungsstätte führten dazu, dass Mittweida im Zeitraum zwischen 1900 und 1910 den größten Bevölkerungszuwachs aller mittelsächsischen Städte hatte.
Eine wichtige Voraussetzung für diese Entwicklung war die gute verkehrstechnische Erschließung der Region.
Bereits seit 1852 gab es die Eisenbahnverbindung zwischen Chemnitz und Riesa. Die in den Jahren 1905/06 gebaute Industriebahn erschloss das Zschopautal zwischen Dreiwerden und Ringethal und hatte Anschluss an die Strecke Chemnitz/Riesa. Außerdem gab es gut ausgebaute Straßen zu den Nachbarstädten Rochlitz, Burgstädt, Hainichen und Frankenberg.
Die beiden Weltkriege brachten große Rückschläge für die Mittweidaer Industrie. Die Produktion kriegswichtiger Güter nahm breiten Raum ein.
Nach dem II. Weltkrieg wurden viele Betriebe enteignet und in Volkseigentum überführt. Trotzdem blieb das ursprüngliche Profil der Mittweidaer Industrie erhalten und wurde durch Betriebe der Elektrotechnik/Elektronik, der Nahrungsgüterherstellung und für spezielle Baustoffproduktion noch erweitert.
Nach 1990 wurde eine Anzahl von Betrieben reprivatisiert, der größte Teil aber durch die Treuhandanstalt abgewickelt. Eine Reihe von Firmen wurde neu gegründet.
Neben Firmen, die gegenwärtig noch produzieren oder anderweitig genutzt werden, sind im Stadtbild noch teilweise leerstehende Fabrikanlagen zu erkennen, andere wurden abgerissen.
Die markantesten Zeugen der Mittweidaer Industriegeschichte werden auf der Internetseite sowie im oben erwähnten Faltblatt vorgestellt.
Die Firmennamen, die Eigentümer und in Einzelfällen auch das Produktionsprofil haben sich im Laufe der Jahrzehnte mehrfach geändert. Es wurden deshalb Bezeichnungen gewählt, die der Charakteristik der Firmen am ehesten entsprechen.